Wie gehen wir mit den Veränderungen um, die uns erwarten?
Wahrscheinlich ist uns allen seit längerem klar: Die Welt wird zunehmend von Künstlicher Intelligenz durchdrungen. Ein wenig Unterstützung hier, ein bisschen Automatisierung da.
Doch was bedeutet das für uns als Unternehmen, Organisationen und Führungspersonen? Und welche Konsequenzen birgt diese technologische Durchdringung für unsere Gesellschaft, unsere Werte und unsere Verantwortung – als Unternehmen, Organisationen und Menschen?
Dieser Rückblick auf das Jahr 2025 und der Ausblick auf die kommenden Monate sollen helfen, die vergangenen und zukünftigen Entwicklungen besser einzuschätzen und gute Entscheidungen für 2026 zu treffen.
Und wenn ihr Unterstützung bei Entscheidungen möchtet, wisst ihr wo ihr uns findet.
Das Jahr 2025 im Rückblick
Das Jahr 2025 wird global gesehen als Wendepunkt in die Geschichte der Künstlichen Intelligenz eingehen. Nicht, weil die Technologie plötzlich perfekt geworden wäre – sondern weil sie endgültig vom Experiment zur geschäftlichen Normalität wurde. Die Zahlen zeigen einen klaren Trend: 78% der Unternehmen setzen KI mittlerweile in mindestens einer Geschäftsfunktion ein und 65% nutzen regelmässig generative KI – eine nahezu Verdopplung innerhalb von nur zehn Monaten.
In der Schweiz hat sich die KI-Adoption ebenfalls beschleunigt. Laut dem Swiss AI Report 2025 nutzen bereits 48% der Schweizer Unternehmen KI in ersten Prozessen, was einen deutlichen Anstieg von rund 10% gegenüber 2023 darstellt. Besonders beeindruckend ist das KI-getriebene Jobwachstum in der Schweiz – es stieg seit 2019 um 442%, wobei überraschenderweise gerade Bereiche wie Rohstoffhandel und Landwirtschaft mit über 1800% beziehungsweise 800% Wachstum die Spitzenreiter bilden.
Technologisch gesehen war 2025 das Jahr der multimodalen Modelle und der autonomen KI-Agenten. Die Schweiz positionierte sich dabei mit dem Schweizer KI-Sprachmodell «APERTUS», das im Sommer 2025 mit rund 70 Milliarden Parametern und Trainingstexten in über 1’000 Sprachen veröffentlicht wurde. Damit wird ein starker Fokus auf AI-Souveränität und Datentransparenz gelegt.
Doch hinter den beeindruckenden Zahlen verbirgt sich eine ernüchternde Realität: Eine MIT-Studie zeigt, dass 95% der Unternehmens-KI-Projekte keinen messbaren Return on Investment (ROI) erzielen. Trotz Investitionen zwischen 30 und 40 Milliarden Dollar liefern nur 5% der KI-Initiativen tatsächlich messbare Erträge.
Der Grund? Die meisten Unternehmen versuchen, KI in bestehende Prozesse zu pressen, ohne ihre Abläufe anzupassen. Es fehlt also nicht an Algorithmen und Tools – es fehlt an Strategie, Integration und menschlichem Know-how.
Politisch war 2025 auch für die Schweiz ein entscheidendes Jahr: Am 12. Februar 2025 hat der Bundesrat beschlossen, die KI-Konvention des Europarats zu ratifizieren und dabei einen sektoriellen statt pauschalen Regulierungsansatz zu verfolgen. Dieser pragmatische Ansatz unterscheidet sich bewusst vom umfassenden EU AI Act, der KI-Systeme vorwiegend als Produkte reguliert und komplexe Anforderungen an ihren Marktzugang stellt.
4 kritische Themen des Jahres 2025
1. Datenschutz: Wenn (Kinder-)Bilder zur Währung werden
Eines der brisantesten Themen des Jahres 2025 war der gedankenlose Umgang mit Bildern und Videos im Netz – ein Problem, das durch KI eine völlig neue Dimension erreicht hat. Strafverfolgungsbehörden und Kinderschutzorganisationen warnen schon seit Jahren davor, dass öffentlich zugängliche Kinderbilder aus sozialen Netzwerken regelmässig in zwielichtigen Chatgruppen oder im Darknet auftauchen. Doch es kommt noch schlimmer: Künstliche Intelligenz kann Gesichter auslesen und Bewegungsprofile erstellen.
Was bedeutet das für Führungspersonen? Du musst in deiner Organisation klare Richtlinien schaffen, wie mit Bildern – etwa bei Familienanlässen, Firmenevents oder öffentlichen Auftritten – umgegangen wird.
2. Urheberrecht: Wem gehört, was die KI erschafft?
Die urheberrechtlichen Fragestellungen rund um generative KI haben 2025 in der Schweiz massiv an Bedeutung gewonnen. Nach dem Schweizer Urheberrechtsgesetz (URG) sind nur Werke geschützt, die eine persönliche geistige Schöpfung eines Menschen darstellen. Das bedeutet konkret: Inhalte, die ausschliesslich durch eine KI-Anwendung erzeugt wurden, geniessen in der Schweiz grundsätzlich keinen Urheberrechtsschutz.
Was das für euch heisst: Wenn ihr in eurer Organisation KI-Tools zur Content-Erstellung nutzt, müsst ihr euch bewusst sein, dass der Output grundsätzlich nicht urheberrechtlich geschützt ist.
3. Durchschnittlichkeit: Wenn KI das Mittelmass zur Norm erhebt
Eine der subtilsten, aber vielleicht gefährlichsten Entwicklungen des Jahres 2025 ist die zunehmende «algorithmische Durchschnittlichkeit». KI-Systeme analysieren massive Datenmengen und erzeugen daraus Ausgaben, die statistischen Vorhersagen entsprechen. Das Ergebnis ist kompetent klingendes Material, das zwar die Merkmale menschlicher Schöpfung aufweist, aber ohne menschliche Authentizität bleibt.
Eine Studie aus 2025 zeigt sogar, dass KI-Entwickler entgegen ihrer eigenen Einschätzung durch KI-Tools nicht schneller, sondern 19% langsamer wurden. Die Konsequenz: Setzt KI bewusst als Werkzeug ein und niemals als Ersatz für menschliches Denken.
4. Das Black-Box-Problem
Je leistungsfähiger KI-Modelle werden, desto intransparenter werden ihre Entscheidungswege. Das sogenannte «Black-Box-Problem» beschreibt das Phänomen, dass niemand – nicht einmal die Entwickler – genau erklären kann, wie ein KI-System zu einer bestimmten Entscheidung gelangt ist.
Deine Aufgabe als Führungsperson: Verlange von KI-Anbietern Transparenz. Setze nur Systeme ein, die ihre Entscheidungswege nachvollziehbar machen, und schaffe in deiner Organisation Governance-Strukturen, die regelmässige Audits und Überprüfungen von KI-Systemen vorsehen.
8 KI-Trends für 2026
1. Regulierung wird konkret
Bis Ende 2026 wird die Schweiz eine Vernehmlassungsvorlage zur Ratifizierung der KI-Konvention vorlegen. Der EU AI Act tritt in diesem Jahr schrittweise in Kraft. Für Schweizer Unternehmen, die in der EU Geschäfte machen, bedeutet dies: Vorbereitung ist jetzt notwendig.
2. Agentic AI wird zum Standard
2025 als Buzzword gross gemacht, 2026 bereits Standard: Das wird das Jahr der KI-Agenten. Gartner prognostiziert, dass Agentic AI bis 2028 in 33% der Unternehmenssoftware integriert sein wird. Zum Vergleich: 2024 waren es noch weniger als 1%.
3. ROI-Fokus ersetzt Experimentierfreude
Organisationen werden sich auf messbare, inkrementelle KI-Auswirkungen konzentrieren. Pilotprojekte ohne klare Ergebnisse werden beendet, und praktische Anwendungsfälle stehen im Mittelpunkt.
4. Datensouveränität und Explainable AI werden Pflicht
Mit zunehmendem regulatorischem Druck werden Transparenz und Nachvollziehbarkeit zur Pflicht. Datensouveränität – die Kontrolle darüber, wo und wie Daten verarbeitet werden – wird zum Wettbewerbsvorteil.
5. Spezialisierung überholt Skalierung
Die nächste Generation von KI-Innovation wird nicht von allgemeinen Modellen kommen, sondern von spezialisierten, domänenspezifischen Systemen in Bereichen wie Gesundheitswesen, Finanzen und öffentlicher Sicherheit.
6. Ethik wird zur Geschäftspraxis
KI-Ethik ist im Jahr 2026 zu einem integralen Bestandteil des Enterprise Risk Managements geworden. Unternehmen, die Geschwindigkeit mit Verantwortlichkeit ausgleichen, bauen langfristig stabilere Geschäftsmodelle auf.
7. Die Rolle des HR wächst
Da KI zunehmend in Personalprozesse integriert wird – von Rekrutierung über Performance-Management bis zu Weiterbildung – wird die Rolle der HR-Verantwortlichen in technologischen Entscheidungen wachsen. In immer mehr Unternehmen werden sie von einem Chief AI Officer (CAIO) unterstützt.
8. Hybrid Intelligence als Zukunftsmodell
Die erfolgreichsten Organisationen werden nicht diejenigen sein, die am meisten KI einsetzen – sondern diejenigen, die am besten verstehen, wann Menschen entscheiden sollten und wann Maschinen unterstützen können.
Was sich 2026 auszahlen wird
1. Bildet euch weiter
KI-Kompetenz wird zur Schlüsselqualifikation. Investiert in Weiterbildung für alle – nicht nur für Schlüsselpersonen! Nicht nur in technische Skills, sondern auch in kritisches Denken, ethisches Verständnis und die Fähigkeit, KI-Outputs zu hinterfragen.
2. Schafft klare Governance-Strukturen
Definiert, wo und wie KI-Tools in der Organisation eingesetzt werden dürfen. Entwickelt Richtlinien für Datenschutz, Transparenz und Verantwortung. Benennt Verantwortliche, die KI-Projekte begleiten.
3. Fokus auf Mehrwert
Startet nicht mit der Technologie, sondern mit dem Problem. Welche konkreten Herausforderungen möchtet ihr lösen? Wie messt ihr Erfolg? Beginnt mit kleinen, klar definierten Projekten, die schnell Wert generieren, und skaliert dann, was funktioniert.
Dieser Artikel wurde mit eigenem Wissen und mithilfe von Perplexity, ChatGPT 5.2, Gemini 3 Pro und Claude 4.5 recherchiert, strukturiert und teilweise formuliert. Anschliessend wurde er von mir und einer anderen Person gegengelesen und korrigiert. Dieser Artikel ist rein edukativ und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.