KI-Kompetenz entsteht nicht an einem Tag. Sie wächst in Etappen. Mit einem Team, das gemeinsam übt, stolpert, weiterkommt.
Acht Personen im Kreis. Ein Ball fliegt von Hand zu Hand. Rot heisst: ein KI-Erlebnis, das genervt hat. Blau: neutral, nichts Besonderes. Grün: ein Moment, in dem KI wirklich geholfen hat.
Die Ball-Methode
Ein einfaches, spielerisches Werkzeug zur Standortbestimmung im Team-Workshop:
- 🔴 Rot: Ein KI-Erlebnis, das genervt hat.
- 🔵 Blau: Neutral, nichts Besonderes.
- 🟢 Grün: Ein Moment, in dem KI wirklich geholfen hat.
Die Antworten kommen zuerst zögernd, dann immer schneller. Jemand erzählt von einem Prompt, der nie richtig sass. Jemand anderes von einer Zusammenfassung, die genau das Wichtige wegliess. Acht Menschen, acht Geschichten. Und ein gemeinsamer Ausgangspunkt für einen Tag, der zeigen soll, wie weit das Team seit dem letzten Mal gekommen ist.
Das letzte Mal war vor einem Jahr.
Warm-up: Ein Jahr zwischen zwei Workshops
Vor gut einem Jahr sass dieselbe Gruppe zum ersten Mal zusammen. Thema: KI-Grundlagen. Was ist ein Prompt, was macht ihn gut, wo liegen die Grenzen. Für die meisten im Raum war KI damals ein Werkzeug, das sie kannten, aber kaum nutzten. Ein Chat-Fenster, unsicher bedient, oft nach zwei, drei Versuchen wieder geschlossen.
Ein Jahr später: Team-Lizenz für alle acht, tägliche Nutzung, einzelne experimentieren zusätzlich mit Claude, Perplexity oder Gamma. Eine Person hat Canva mit KI-Funktionen fest im Alltag verankert. Die Grundlagen sitzen.
Was fehlt, ist die Zusammenarbeit. Jede und jeder arbeitet für sich. Kein gemeinsames Weiterkommen, kein geteiltes Wissen, keine Abstimmung, wer welchen Prompt für welche Aufgabe schon gefunden hat. Acht Einzelkämpferinnen und Einzelkämpfer.
Genau hier setzt der zweite Workshop an.
Weiter geht’s: Vom Update zum Tiefgang
Ende Juni, ein ganzer Tag. Dominik und Kurt von den Swiss AI Experts führen durch den nächsten Schritt.
Zuerst die Standortbestimmung: Was hat sich seit 2025 verändert? An Modellen, an Tools, an der Art, wie man mit KI spricht. Dann der Tiefgang: eigene GPTs bauen, etwa für verlässliche Zusammenfassungen langer, auch fremdsprachiger Dokumente. Der Umgang mit Grafiken und Tabellen in PDFs – ein Dauerbrenner im Büroalltag. Und ein echter Fall aus der Praxis: die Auswertung offener Textantworten aus einer Umfrage.
Nachmittags wird es grundsätzlich. Ein Reflexionsblock zu Verantwortung, Bias und Datenschutz – mit Blick auf den EU AI Act und die Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte, die ab August 2026 in der EU gilt und über das Marktortprinzip auch viele Schweizer Organisationen betrifft. Das Team arbeitet in Kleingruppen an einer Frage, die alle angeht: Was passiert eigentlich mit dem, was wir in ein Chat-Fenster tippen?
Echte Praxisfälle aus dem Workshop:
Am Ende des Tages sammelt die Gruppe, was für den Herbst priorisiert werden soll. Nicht Dominik und Kurt entscheiden, was als Nächstes kommt. Das Team tut es.
Was ein Team wirklich lernt
Wer allein an einer KI-Ausgabe sitzt, prüft sie allein – oder gar nicht. Wer sie im Team bespricht, sieht, wie andere dieselbe Aufgabe angehen: eine andere Formulierung, ein anderer Zweifel, ein anderer blinder Fleck. Genau diese Reibung fehlt, wenn jede und jeder für sich arbeitet.
Deshalb geht es in der Begleitung durch Swiss AI Experts nie nur um Tools. Es geht um eine gemeinsame Sprache im Team: eine Sprache, in der man Fehler zeigen darf, in der Fragen erlaubt sind, in der man sich beim Prüfen gegenseitig hilft, statt dass jede und jeder für sich rätselt.
Nächstes Kapitel: Agenten
Im Herbst geht die Reise weiter. Workshop drei, Thema: Agenten und Workflows. Was leisten sie heute wirklich, wo liegen die Grenzen, wie unterscheidet sich ein Agent von einfacher Automatisierung.
Drei Workshops, ein Jahr, ein Team, das mit jeder Etappe weiterkommt.
Fazit: Begleitung mit System
KI-Kompetenz entsteht nicht an einem einzelnen Tag. Sie entsteht, wenn ein Team über Monate hinweg gemeinsam übt, stolpert, nachfragt, weitermacht – vom ersten unsicheren Prompt bis zum eigenen Agenten.
Ein Team lernt sprechen. Schritt für Schritt, Workshop für Workshop.
